Student an Tankstelle erschossen: Hätte ein schärferes Waffenrecht die Tat verhindert?

Im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein ereignete sich eine unglaubliche Tat. Ein 49-jähriger Deutscher aus dem Kreis Birkenfeld erschoss am Samstagabend einen 20-jährigen Studenten, der als Angestellter einer Tankstelle tätig war, vorsätzlich. Der Tatverdächtige wurde gegen 8:45 Uhr durch Spezialeinheiten der Polizei widerstandslos festgenommen Vorher ist der Mann polizeilich nie in Erscheinung getreten. Der Blaulichtblog berichtete.

Der Täter sitzt in Untersuchungshaft. Jetzt sind weitere Details der Tat bekannt.Hinsichtlich der Tatwaffe ist ermittelt worden, dass der Täter diese llegal besaß. Woher er sich diese beschaffen konnte, ist ebenso völlig unklar.

Der spätere Täter wollte in der Tankstelle Bier kaufen. Da der Mann keine Maske trug, verweigerte der Tankstellenmitarbeiter die Herausgabe und damit den Verkauf des Bieres an seinen zu diesem Zeitpunkt mutmaßlichen Mörder.

Ohne sein Bier verließ der Mann zunächst die Tankstelle. Der Mainzer Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann teilte mit: “Sich zu Hause ärgernd beschloss der 49-jährige gegen 21.30 Uhr, erneut die Tankstelle aufzusuchen, um sich mit einem Six-Pack Bier zu versorgen. Dieses Mal setzte er sich eine Maske auf, diese jedoch verkehrt herum. An der Kasse angekommen erschoss er unvermittelt den 20-jährigen Mitarbeiter durch einen gezielten Kopfschuss. Sein Handeln begründet der Täter damit, dass er auf Grund der ihn selbst sehr belastenden Corona-Situation ein “Zeichen” setzen wolle.

Der inzwischen geständige Täter lehnt die Corona-Maßnahmen konsequent ab. “Das Opfer schien ihm dabei verantwortlich für die Gesamtsituation, da es die Regeln durchgesetzt habe“, sagte Oberstaatsanwalt Fuhrmann.

Stephan Kramer (SPD), thüringischer Verfassungsschutzpräsident, wies darauf hin, dass ihm selbst die Gefahr schon länger bekannt ist. Er selbst habe versucht, Warnungen auszusprechen. “Als Verfassungsschützer habe ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen vor der Eskalation und dem Aggressivitätspotential gewarnt. Bedauerlich ist, dass es immer erst Tote geben muss, bevor die Gefahr ernst genommen wird.” Bisher als nicht gewaltgeneigte Bürger rasten immer öfter aus, pöbeln und randalieren. Aus Sicht des Verfassungsschutzes ist die steigende Aggressivität im Alltag überall spürbar.

Mehr Klarheit erhoffen sich die Ermittler von der Auswertung der sichergestellten elektronischen Geräte des 49-jährigen Schützen.

Weitere Frage stehen im Raum: Ist es in Deutschland zu leicht, sich eine Waffe zu beschaffen? Hätte mit einem schärferen Waffenrecht die unglaubliche Tat verhindert werden können?


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1 Kommentar zu "Student an Tankstelle erschossen: Hätte ein schärferes Waffenrecht die Tat verhindert?"

  1. Ich kaufe ein Doppel-X wie “Bratpfanne” und löse:
    Der Täter besaß die Waffe illegal, so wie im Durchschnitt 19 von 20 ermittelte Tatwaffen illegal im Besitz der jeweiligen Täter waren. Also lautet die Antwort: Nein, das Waffengesetz hätte diese Tat nicht verhindern können. Könnte ein Gesetz Verbrechen verhindern, würde es ja reichen, einfach das Begehen von Straftaten zu verbieten. Funktioniert aber offensichtlich nicht.
    Das Einzige, was das Waffengesetz verhindert hat, war eine adäquate Bewaffnung des rechtstreuen Opfers, um sich vielleicht verteidigen zu können. Das Opfer hat sich ans Waffengesetz gehalten und war unbewaffnet dem illegal bewaffneten Rechtsbrecher ausgeliefert. Risiken für die Täter. Die verhindert das Waffengesetz.

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