Studie: Weniger Ausländerfeindlichkeit bei persönlichem Kontakt vor Ort

Eine neue Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) kommt zu der Erkenntnis, dass es dort, wo Flüchtlinge ankommen und leben, zu weniger Ausländerfeindlichkeit als es die allgemeine Stimmung seit der “Flüchtlingskrise” 2015 vermuten lässt kommt.

Der direkte Kontakt und die persönliche Begegnung helfen dabei Vorurteile abzubauen. Großen Einfluss hat jedoch die soziale Lage vor Ort.

Die Forscher werteten dazu Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) der Jahre 2009 – 2017 aus. Dafür wurden ungefähr 20.000 Personen ohne Migrationshintergrund in Deutschland in Hinblick auf ihre Haltungen zur Zuwanderung befragt.

Nach der Studie sind in diesen Orten rechte Gruppen weniger erfolgreich. Auf der kommunalen Ebene zeigt sich “ein freundlicheres Bild als beim Blick auf die bundesweite Lage“.

In der Pressemitteilung zu der Studie heißt es: “Eindeutig zeigt sich ein Trend zu mehr Sorge um den sozialen Zusammenhalt und zu mehr Sympathien für extrem rechte Bewegungen und Parteien im Kontext der starken Zuwanderung 2015. Auf der Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten allerdings gilt ein umgekehrter Zusammenhang: Hohe Zuwanderungsquoten gehen dort mit weniger Angst vor Einwanderung und geringerer Zustimmung für extrem rechte Parteien einher.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ausgrenzende Haltungen durch mehr Kontakt abgebaut werden können. Je mehr lokale Begegnungen es gibt, desto weniger greift der allgemeine Diskurs, der Geflüchtete zur Bedrohung macht.”

Die Forscher gingen jedoch weniger der Frage nach, wie sich das allgemeine Sicherheitsempfinden der Menschen in den Kommunen entwickelt. Die Forscher nehmen stattdessen “weichere Faktoren” in Blick.

Gleichwohl zeigt sich bundesweit ein anderes “gefühltes Bild” in Bezug auf das Thema Migration und Flüchtlinge.


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