Tansania mit neuer Präsidentin

John Magufuli war Präsident von Tansania. Für europäische Verhältnisse war das Staatsoberhaupt des ostafrikanischen Landes etwas sonderbar, autoritär, korrupt und unter „umstrittenen Verhältnissen“ gewählt. Umstände, die man in Afrika leider häufiger vorfindet. Von seinem Volk wurde der Regierungschef „verhasst und verehrt“.

Beim europäischen Mainstream stand Magufuli in der Kritik. Er war fundamentalistischer Christ, Corona-Leugner und Gegner der Schulausbildung schwangerer Mädchen. Nun ist der Präsident tot. Die Opposition behauptet, er sei an Covid-19 gestorben. Das allerdings sind reine Behauptungen, weil es dafür schlichtweg keine Beweise gibt. Die westlichen Medien greifen das dennoch gern auf. Bei der Trauerfeier für Magufuli in Daressalam kamen bei einer Massenpanik 45 Menschen ums Leben, nachdem eine mit Zuschauern besetzte Mauer eingestürzt war.

Zur Nachfolgerin Magufuli ist die bisherige Vizepräsidentin, Samia Suluhu Hassan (Foto), vereidigt. Das finden die feministischen Eliten in Europa toll. Sie verspricht nun allerlei Reformen. Das ist natürlich noch besser. Hassan war von ihrem autoritären Vorgänger Magufuli nur deswegen als Stellvertreterin ausgesucht worden, weil sie aus Sansibar kommt, dem halbautonomer Teilstaat Tansanias. Die Einwohner dort sollten zufrieden gestellt werden, denn auf Sansibar leben im Gegensatz zu Tansania fast ausschließlich Muslime.  

Vor der Jahrhundertwende überfielen die Gehilfen des Sultans von Sansibar die Dörfer der Schwarzafrikaner auf dem Festland, schlugen das ihrer Meinung nach „nutzlose“ Beiwerk tot und schleppten die arbeitsfähigen Frauen und Männer in die Sklaverei. Die deutsche Kolonialmacht war den marodierenden Banden allerdings gewachsen und deswegen im damaligen „Deutsch-Ostafrika“, was die heutigen Länder Tansania, Burundi und Ruanda sowie ein kleines Gebiet im heutigen Mosambik mit einer Gesamtfläche von 995.000 km² umfasste, vergleichsweise populär. Ungeachtet dessen gab es auch dort Aufstände, die von den deutschen Truppen brutal niedergeschlagen wurden.

Manche Beobachter befürchten nun, dass die damaligen Zustände wiederkehren könnten. Wenn es in Tansania nun zu Christenverfolgungen und IS-Aktivitäten kommen sollte, dürfte der westliche Mainstream reflexartig schweigen oder versuchen, das Thema zu verniedlichen.

Von Embassy of the United States, Dar es Salaam, Tanzania – US Embassy Dar Facebook, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41288609


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