Ukraine-Konflikt – drohende Eskalation oder Säbelrasseln?

Seit geraumer Zeit konnte man den sozialen Netzwerken entnehmen, dass schwere Militärzüge und Konvois innerhalb von Russland verlegt werden. Mittlerweile ist es auch offiziell: Der flächenmäßig größte Staat der Erde beordert große Truppenteile und schweres militärisches Gerät „zum Zwecke einer Übung“ in die Stadt Woroschev.

Das Gebiet liegt etwa 250 km von der ukrainischen Grenze, dem östlichen Teil der Ukraine, entfernt. Dieser Bereich wird seit etwa sieben Jahren von pro-russischen Separatisten kontrolliert. Auch in die Nähe von Lugansk, also unweit der von der Ukraine kontrollierten Gebiete, sind massive Truppenaufmärsche der russischen Armee zu beobachten. Dieses soll einen eher “offensiven Charakter” haben, so die Einschätzung von westlichen Militärexperten.

Das erneute Aufflammen des Konflikts ist dem tragischen Tod eines 5-jährigen Jungen geschuldet, der bei der Detonation eines Sprengsatzes in der Nähe von Donezk getötet worden war. Laut Separatisten soll dieser Sprengsatz von einer ukrainischen Drohne in einen Hof abgeworfen worden sein. Das ukrainische Militär dementierte diese Darstellung.

Der Kreml-Sprecher Dmitry Peskov sagte, dass Russland bei einem Angriff der Ukraine auf pro-russisch besetztes Gebiet nicht tatenlos zuschauen und eine “menschliche Katastrophe” zum Schutz der etwa 400.000 russischen Staatsbürger nicht zulassen werde. Die ukrainische Armee dementierte hingegen und ließ über ihre offiziellen Kanäle verlauten, dass ein Angriff auf die Separatisten nicht geplant sei. Gleichzeitig hat Kiew aufgrund der immer stärker werdenden Militärpräsenz Russlands an der ukrainischen Grenze die höchste Alarmbereitschaft ausgerufen, um mögliche russische Angriffe abwehren zu können. Auch wurden ukrainischen Streitkräfte in die Grenzregion verlegt.

Der amerikanische Präsident Joe Biden hat unterdessen der Ukraine “unerschütterliche Unterstützung” zugesagt, was den „Druck auf dem Kessel” nicht gerade verringert. Auch die NATO ließ verlauten, dass man der Ukraine zur Seite steht um die territoriale Unversehrtheit des Landes zu schützen. Das amerikanische Militär ist ohnehin nicht erst seit dem großen Nato-Manöver “Defender 2020”, das vor den Toren Russlands geplant war, militärisch aktiv.

Russlands Druck erhöht dennoch die Chance auf weitere Friedensgespräche zwischen den pro- russischen Separatisten und der Ukraine. Es bleibt trotz der sich verschärfenden Situation zu hoffen, dass es sich bei diesen Militäraufmärschen um das berühmte „Säbelrasseln“ der beiden Nationen handelt.


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