Von wegen “Verurteilung”: De facto “Freispruch” für die ihr Hab und Gut verteidigenden McCloskeys

Letztes Jahr sorgten weltweit Fotos und Videos des Ehepaars McCloskey für Schlagzeilen, das mit “Sturmgewehr” und Pistole bewaffnet ihr Eigentum und ihre körperliche Unversehrtheit erfolgreich gegen einen gewaltbereiten Mob schützte. Eine der dämlichsten Schlagzeilen dazu lieferte der Tagesspiegel mit der offenbar unter Schnappatmung entstandenen Überschrift “Waffennärrisches Paar zielt auf “Black Lives Matter”-Demonstranten.”

Screenshot: https://www.tagesspiegel.de/politik/verstoerende-szenen-in-missouri-waffennaerrisches-paar-zielt-auf-black-lives-matter-demonstranten/25961716.html

Die Tatsache, dass die Mc Closkeys durch das bloße Vorhandensein ihrer Schusswaffen und ohne jede Schussabgabe auch in den USA geschützte Rechtsgüter erfolgreich verteidigen konnten, passt diesseits des Atlantik natürlich nicht so recht ins so sorgsam gepflegte Narrativ von den angeblichen “amerikanischen Verhältnissen”. Schließlich sind Schusswaffen besitzende US-Bürger nur ballerwütige Hinterwäldler, bei denen jede noch so nichtige Meinungsverschiedenheit sofort zur Schießerei eskaliert.

Und jetzt kommt einfach ein Anwaltspärchen, pardon, ein “waffennärrisches Paar” daher und macht vor laufenden Kameras das, was Gun-Control-Aktivisten seit jeher bestreiten: Einen kriminellen Akt abwenden ausschließlich durch das physische Vorhandensein von Schusswaffen in Händen der “Guten”. Auch kam kein BLM-Demonstrant auf die Schnapsidee zu versuchen, den McCloskeys ihre Waffen zu entwenden und gegen sie zu richten, wie das so gerne als Argument gegen bewaffnete Bürger ins Feld geführt wird.

Im Oktober 2020 witterten die Waffenverbotsfetischisten dann Morgenluft, als das “Waffenschwingende Ehepaar aus St. Louis” angeklagt wurde, weil die McCloskeys Demonstranten bedroht hätten. “Demonstranten”, die sich widerrechtlich Zutritt zum Grundstück der McCloskeys verschafft haben und zu diesem Zweck auch ein massives Metalltor zerstörten…

Und jetzt frohlockt die “FAZ”: “Waffen gegen Demonstranten – Amerikanisches Ehepaar verurteilt”

Der Rechtsanwalt Mark McCloskey muss wegen des Vorfalls 750 Dollar (630 Euro) zahlen, seine ebenfalls als Anwältin tätige Ehefrau Patricia McCloskey 2000 Dollar, wie ein Gerichtssprecher in St. Louis im Bundesstaat Missouri am Donnerstag mitteilte. Außerdem haben die beiden eingewilligt, ihre damals gezeigten Waffen abzugeben. Der Gouverneur von Missouri, Mike Parson, hat angekündigt, das Ehepaar im Falle einer Verurteilung zu begnadigen.

Beide kamen relativ glimpflich davon, weil sie sich schuldig bekannten. Marc McCloskey wurde wegen eines physischen Angriffes minderen Grades verurteilt, seine Frau wegen Drangsalierung minderen Grades. Durch seine Schuldplädoyers kam das wohlhabende Ehepaar um einen Prozess und möglicherweise deutlich härtere Strafen herum.

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/waffen-gegen-demonstranten-us-ehepaar-mccloskey-verurteilt-17395329.html
Screenshot: https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/waffen-gegen-demonstranten-us-ehepaar-mccloskey-verurteilt-17395329.html

Tatsächlich war das keine Verurteilung, sondern eine Vereinbarung, ein Deal. Alle wesentliche Anklagepunkte wurden fallen gelassen, schuldig bekannt haben sich die McCloskeys eines “assault four”, was wohl bedeutet, dass sich wenigstens einer der Demonstranten angesichts der gezeigten Waffen bedroht fühlte und fürchtete, verletzt zu werden. Und genau das war auch der Zweck der Aktion, wie Mark McCloskey betonte. Potenzielle Gewalttäter, die von ihrem Vorhaben ablassen, weil sie befürchten müssen, andernfalls selbst Schaden zu nehmen.

“It’s kind of humorous for me at any rate, the charge they finally settled on for me, because it’s exactly what I did do. That’s the whole point of the Second Amendment. We stood out there with guns, and that placed them in imminent fear of physical injury, and they back off.”

https://www.foxnews.com/us/st-louis-couple-mark-patricia-mccloskey-pay-fines-lose-guns

Wenn sich die Staatsanwaltschaft mit einem Schuldanerkenntnis für ein vergleichsweise unbedeutendes Delikt und einer lächerlich geringen Geldstrafe zufrieden gibt, dann waren es wohl nicht die McCloskeys, die sich vor einem Prozess fürchteten, sondern die Ankläger. Den Verlust der im Rahmen der Ermittlungen beschlagnahmten Waffen werden die McCloskeys verkraften, Sie sind nicht vorbestraft und damit steht dem Erwerb eines neuen AR-15 nichts entgegen.

Was in den deutschen Leit- und Qualitätsmedien versucht wird, als juristischer Erfolg gegen die böse US-Waffenlobby hochzujubeln, ist tatsächlich das haarscharfe Vorbeischrammen der Staatsanwaltschaft von St. Louis an einer veritablen Backpfeife.

Update 21.06.2021:
Die McCloskeys waren einkaufen:

Screenshot: https://www.foxnews.com/us/st-louis-couple-touts-new-ar-15

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Über den Autor

Benedikt Krainz
Boomer, Sportschütze, Blogger, Hobby-Waffenlobby-Aktivist. Staatlich regelmäßig überprüft hinsichtlich Zuverlässigkeit, persönlicher Eignung und neuerdings Verfassungstreue.

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