Wenn Linke Linke kritisieren

Es gibt sie noch, die „echten Männer“ unter den Linken! – Und damit meine ich jetzt nicht die verweichlichen intellektuellen Stubenhocker, die ihr halbes Leben an der Universität zugebracht haben, um anschließend mit ihrem angelesenen Halbwissen und erhobenen moralischen Zeigefinger dem braven Steuerzahler die Welt erklären wollen.

Nein, ich meine die „richtigen“ Linken, die (noch) im Leben stehen, nicht in dem sonst üblichen Rechts-Links-Schema gefangen sind und für ihre linke Ideen streiten, weil sie das Herz am richtigen Fleck tragen. Diese „echten“ Linken schauen über den politischen Tellerrand und scheuen sich auch nicht, Pseudo-Linke, wie beispielsweise die „Identitäre Linke“ wohltuend zu kritisieren.

Ein treffendes Beispiel für diese linke Männlichkeit ist „Morf“, ein Anarchist, der sich selbst als „ideologiekritisch“ beschreibt. „Morf“ ist Diplom-Physiker und Programmierer. Also jemand, der seinen Lebensunterhalt nicht aus jahrelangen BAföG-Zahlungen bestreitet.

„Morf“ widmet sich auf seinem Videokanal vor allem den gesellschaftskritischen Fragen aus linker Sicht. Dabei spart er nicht mit Kritik an den Schein-Linken wie den „Identitären Linken“: „Sie wollen eigentlich Anti-Rassisten sein, sind aber am Ende des Tages doch einfach Rassisten.“ – Frappierend ehrlich!

Messerschaff analysiert „Morf“ die Vorgehensweise der Identitären: „Sie sind meist moralistisch unterwegs (…) Man muss betroffen sein bei denen. Wenn man betroffen ist oder jemanden verteidigt, der betroffen ist, dann hat man den moralischen Vorteil und darf über den Anderen reden und man darf über den Anderen herabreden. Und der Andere hat gar keine Redegenehmigung, er darf gar nicht sprechen, weil er ist nicht sozusagen betroffen genug.

Dass sich ausgerechnet ein Anarchist die Identitären Linken tadelt, dürfte nicht nur Seltenheitswert haben. Es zeugt auch von einer Portion Glaubwürdigkeit, wenn die berechtigte Kritik nicht aus dem konservativen, sondern dem linken und damit „eigenen“ Lager kommt.

Einziger Wehrmutstropfen ist die manchmal von „Morf“ verwendete gewöhnungsbedürftige Ausdrucksweise. Insgesamt schmälert diese aber nicht die treffende Analyse des Anarchisten.

„Morfs“ Analyse findet Ihr hier:


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