Wer trägt das System des Sozialstaates?

Frank-Christian Hansel, © Laessig

In Deutschland leben aktuell knapp 83 Mio. Menschen. Etwas mehr als die Hälfte, 53 Prozent, geht einer Beschäftigung nach. Die anderen, etwas weniger als die Hälfte, werden vollständig getragen, die kleinen Kinder, die Schüler, Studenten, Arbeitslose, Erwerbsunfähige oder Rentner.

Von den insgesamt ca. 44 Mio. arbeitenden Einwohnern sind aber nur 27 Mio. Nettosteuerzahler. Das sind diejenigen, die mehr an Steuern und Abgaben zahlen, als sie an staatlichem Transfer selbst beziehen. Also an Transfers wie Kindergeld oder Wohngeld und Leistungen wie die Nutzung der Infrastruktur, Schulen, Hochschulen, Polizei, Bundeswehr und Verwaltung. Das bedeutet, dass nur dieses Drittel das ganze System trägt. Nur dieses Drittel erzeugt für die Gemeinschaft ein positives Saldo. 27 Mio. Menschen müssen 68 Mio. Menschen mittragen. Und sie tun das auch solidarisch.

Von den 27 Mio. Produktiven sind aber wiederum rund 12 Mio. direkt oder indirekt vom Staat abhängig. Das sind die Staatsbediensteten, Lehrer, Professoren, Richter, Staatsanwälte, Politiker, Polizisten, Soldaten, Verwaltungsbeamte und -angestellte. Diese werden also auch wieder von den Steuern und Abgaben der restlichen 15 Mio. bezahlt. Denn alles Geld, das der Staat ausgibt, muss er zunächst bei den 15 Mio. an Steuern kassieren. Würden diese 15 Mio. wegfallen, wäre gar kein Geld da, die Staatsbediensteten zu bezahlen. Entscheidend sind also diese 15 Mio. nicht vom Staat abhängigen Nettosteuerzahler.

Die 12 Mio. Staatsbediensteten ziehen den Karren zwar auch mit, natürlich, weil sie dafür sorgen, dass die anderen eine Basis haben, um etwas erwirtschaften zu können. Sie sind aber ökonomisch letztlich von den 15 Mio. Nettosteuerzahlern außerhalb des Staates abhängig, weil diese ihre Gehälter ja mit erwirtschaften müssen. Und zusätzlich müssen diese natürlich die Transfers für die anderen 56 Mio. ermöglichen.

Konzentrieren wir uns also auf die 15 Mio. in der Wirtschaft arbeitenden Nettosteuerzahler, die den Karren primär ziehen. Etwa die Hälfte von diesen 15 Mio. – rund 8 Mio. – ist unter 45 Jahre. Diese 8 Mio. sind langfristig entscheidend, weil die über 45jährigen im Laufe der nächsten 20 Jahre allmählich ins Lager derjenigen wechseln, die zu 100 Prozent getragen werden müssen.

Die 8 Mio. jüngeren Nettosteuerzahler sind diejenigen, die zugleich gute Chancen haben, in interessante Länder auszuwandern, welche fast nur qualifizierte junge Menschen immigrieren lassen. An diesen 8 Mio. besonders talentierten und tüchtigen hängt zukünftig im Grunde alles. Die komplette Zahlungsfähigkeit Deutschlands. Die Steuereinnahmen, um den ganzen Verwaltungsapparat, um Polizei und Militär, Schul- und Hochschulwesen, Gerichtswesen, Infrastruktur usw. finanzieren zu können. Vor allem aber, um die gigantischen Sozialtransfers an die unteren zwei Drittel der Bevölkerung zu bewerkstelligen. Insbesondere 918 Milliarden Euro für die Sozialausgaben, der größte Posten im Etat.

Ein Gastbeitrag von Frank-Christian Hansel. Der Diplom-Politologe ist Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für die AfD.


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