Wie in einem Action-Film: Migrant klettert während Fahrt auf Lkw-Dach

Sechs afghanische Migranten sind auf der Ladefläche eines Lkw-Aufliegers illegal nach Deutschland gebracht worden. Die Rosenheimer Bundespolizei ermittelt gegen die unbekannten Schleuser, die diese Tour organisiert hatten. (Fotos: Bundespolizei)

Am Dienstag ist ein Afghane auf das Dach eines fahrenden Lastkraftwagens geklettert, als dieser auf der A93 nahe Oberaudorf unterwegs war. Der Migrant stieg durch ein Loch in der Plane des Aufliegers, um auf sich und seine Begleiter aufmerksam zu machen. Kurz darauf entdeckten Beamte von Landes- und Bundespolizei auf der Ladefläche insgesamt sechs junge Männer. Rosenheimer Ermittler gehen davon aus, dass kriminelle Schleuser diese gefährliche Fahrt in Rumänien organisiert hatten.

Mehrere Autofahrer verständigten die Polizei, nachdem ihnen auf der Inntalautobahn eine Person auf dem fahrenden Lkw aufgefallen war. Ein junger Mann hatte sich auf das Dach des Aufliegers begeben und klopfte mehrfach gegen das Führerhaus. Der Sattelzug mit bulgarischen Kennzeichen konnte von der Polizei auf Höhe der Anschlussstelle Oberaudorf gestoppt werden. Als die Beamten die Ladefläche öffneten, stiegen sechs Personen herunter. Keiner von ihnen war in der Lage, sich mit den erforderlichen Einreisepapieren auszuweisen. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um afghanische Staatsangehörige im Alter von 16 bis 26 Jahren. Sie erklärten, dass Schleuser in Rumänien den Lkw-Auflieger für den Zustieg heimlich geöffnet und anschließend von außen wieder geschlossen hätten. Bei der Durchsuchung des Laderaums fanden die Bundespolizisten die zerrissenen rumänischen Asylkarten der sechs Afghanen.

Sechs afghanische Migranten sind auf der Ladefläche eines Lkw-Aufliegers illegal nach Deutschland gebracht worden. Einer der Afghanen war während der Fahrt auf der Inntalautobahn auf das Dach des Lastwagens geklettert, um auf sich aufmerksam zu machen. (Foto: Bundespolizei)

Die Bundespolizisten nahmen die Migranten in Gewahrsam und brachten sie in die Dienststelle der Bundespolizei nach Rosenheim. Dort wurden sie versorgt und mithilfe von Dolmetschern eingehend befragt. Die afghanischen Staatsangehörigen gaben an, dass die gesamte Schleusung von Afghanistan aus in mehreren Abschnitten erfolgt wäre. Die letzte mehrtägige Etappe mussten sie auf der Ladefläche verbringen. Ihre Route führte offenkundig von Rumänien aus über Österreich nach Deutschland. Während die fünf Minderjährigen der Obhut des Rosenheimer Jugendamtes anvertraut werden konnten, wurde ihr volljähriger Landsmann an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet. Der Lkw-Fahrer konnte nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen seine Fahrt fortsetzen. Nach ersten Erkenntnissen wusste der 53-jährige nicht, dass sich Menschen auf seiner Ladefläche befunden hatten.


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