Wirtschaftsaufschwung durch asiatische Wirtschaftszone RCEP

Die rezessive wirtschaftliche Lage in Deutschland mit ihren negativen Folgen für den Arbeitsmarkt und die persönliche Situation jedes Einzelnen steht im Mittelpunkt der ökonomischen Diskussion. Besonders wird in diesem Zusammenhang auf die hohe Zahl der Kurzarbeiter sowie der weiterhin ausgesetzten Verpflichtung, Insolvenzen anzumelden verwiesen. Als Hauptursache wird die Pandemie genannt ohne zur Kenntnis zu neh­men, dass sich die Wirtschaft vor Corona bereits im Abschwung befand. Die Situation des Einzelhandels wird als Beleg für die aufkommende zukünftige Wirtschaftslage in Deutschland herangezogen. Mit Bildern von leeren Innenstädten wird weiterhin Angst verbreitet. Diese Sichtweise greift deutlich zu kurz. Insofern wird es Zeit, Fakten zu schaffen.

In Deutschland werden stattdessen soziale und kulturelle politische Felder besetzt, so etwa das zentrale Thema der Flüchtlingsmigration und das generischen Maskulinum. Frappierend erscheint das offenkundige Desinteresse der gesellschaftlichen Akteure bestehend aus Politik, Medien und breiter Öffentlichkeit an den so wichtigen ökonomischen Themenstellungen. Nahezu völlig undiskutiert bleibt die im asiatisch-pazifischen Raum im Jahr 2020 geschaffene weltgrößte Freihandelszone. Hier haben sich die 10 ASEAN-Mitgliedsstaaten mit weiteren fünf in der Region Asien-Pazifik befindlichen Ländern zusammengeschlossen. Dieses enorm starke ökonomische Konstrukt stellt gegenüber den USA und insbesondere Europa eine riesen Wirtschafts­macht dar.

Tatsächlich wirkt sich die asiatische Wirtschaftszone RCEP, also die Regionale umfassende Wirtschaftspart­nerschaft (Regional Comprehensive Economic Partnership), auf die weltweiten ökonomischen Räume aus. In diesem Kontext sind die USA und Europa zentrale Wettbewerber. China kam im Jahr 2020 u. a. wegen stren­ger Anti-Corona-Maßnahmen am besten durch die Pandemie und erzielte ein Wachstum von etwa 1,8 Pro­zent. Die politischen Rahmenbedingungen hierfür seien der Fairness halber hier erwähnt.

Ökonomisch brisant fällt die Prognose für 2021 weltweit aus. Allein für China wird im Jahr 2021 seitens der OECD-Länder ein enormes Plus von acht Prozent prognostiziert. Im Vergleich fallen die wirtschaftlichen Daten der USA, Deutschlands und der Europäischen Union (EU) eher moderat aus. So wird die Steigerung des realen Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2021 in den USA mit 3,1 Prozent, in Deutschland in Höhe von 3,2 Prozent und in der EU von 3,7 Prozent vorhergesagt. Dieser ökonomische Weckruf bleibt in Deutschland überwiegend ungehört. China fällt ökonomisch bipolar aus. Zum einen ist es einer der wichtigsten Märkte für deutsche Unternehmen und zum anderen liegen abzubauende Marktbarrieren gegenüber der EU vor. In diesem Span­nungsfeld bewegen sich die wirtschaftlichen Chancen in den kommenden Jahren.

Deutschland verfügt über eine funktionierende ökonomische Infrastruktur. Auf dieser Basis kann sich 2021 die deutsche Volkswirtschaft von der Rezession erholen. Massenhafte Insolvenzen sind eher nicht zu erwar­ten. Die Wirtschaftsverbände halten den langfristigen Schaden durch Corona für überschaubar. Ursächlich hierfür sind die umfangreichen Staatshilfen, zudem hätten viele Unternehmen auf Reserven zurückgegriffen. Die gesellschaftliche Aufgabe besteht darin, eine dritte Corona-Welle zu verhindern.

Außenpolitisch bleibt das transatlantische Verhältnis zu beobachten. Innenpolitisch wird die zweite Jahres­hälfte mit der Bundestagswahl spannend. Die Politik hat die Rahmenbedingungen für eine florierende Volks­wirtschaft zu organisieren. Wesentlich erscheint es, die hohen Arbeitskosten anzupassen, um Unternehmen im Land zu halten. Die Steuerpolitik, Haushaltspolitik, Bildungspolitik sowie die Systeme der sozialen Siche­rung und die Digitalisierung stehen vor erheblichen Herausforderungen. Werden diese politischen Felder un­ideologisch und pragmatisch angegangen, steht einer prosperierenden ökonomischen Entwicklung nichts im Wege. Trauen wir es uns zu und blicken positiv in die Zukunft! 


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