“Würzburg” und “Hanau”: Doppelstandards as usual

Bild von Dawid Cedler auf Pixabay

Vor nicht langer Zeit war das Thema “Doppelstandards” bereits Thema auf dieser Seite. Leider gab es am vergangenen Freitag, dem 25. Juni 2021, erneut einen blutigen Anlass, um miterleben zu müssen, wie in den deutschen Leit- und Qualitätsmedien genau so verfahren wurde, wie im eingangs verlinkten Artikel beschrieben:

Wenn man bei vergleichbaren Sachverhalten auf zwei vollkommen unterschiedliche (moralische) Bewertungen kommt. Wenn, je nachdem, wie es gerade in die politische Landschaft passt oder in Abhängigkeit vom Zeitgeist, ein Risiko als gering und tolerierbar gilt oder ob angeblich dringender Handlungsbedarf besteht.

https://blaulichtblog.de/impfen-und-waffen-deutsche-doppelstandards-in-aktion

Die “Tagesschau” berichtete über eine gerade stattgefundenes Tötungsdelikt in Würzburg. Ein “Täter”, ein “Verdächtiger”, ein “Mann” – mehr war über den Gewaltverbrecher zunächst nicht zu erfahren – hat drei Menschen getötet, mehrere schwer verletzt und wurde von der zum Glück recht schnell am Tatort eintreffenden Polizei durch einen Schuss gestoppt. Was man aber bereits in der 20-Uhr-Tagesschau verkünden konnte: Es war ein “offenbar psychisch kranker Mann” sowie, dass es keine Hinweise auf eine Terrorattacke gäbe. Diese Erkenntnis konnte man scheinbar ganz schnell gewinnen und verbreiten. Zumindest in der um 22.38 Uhr letztmalig aktualisierten Meldung wurde dann auch erwähnt, dass es sich bei dem Täter um einen 24-jährigen Somalier handelt soll, der schon mehrfach durch Gewalttätigkeiten aufgefallen war.

Screenshot: https://www.tagesschau.de/inland/wuerzburg-139.html

Nun ist es kein Alleinstellungsmerkmal von Somaliern, dass sie wegen Gewalttätigkeiten polizeibekannt sind. Ebenso wenig ist ein Alleinstellungsmerkmal von Somalieren, psychisch auffällig zu sein. Es scheint auch kein Alleinstellungsmerkmal von Somalieren zu sein, dass sie trotz bekannter Neigung zu Gewaltausbrüchen, trotz Polizeiakte und trotz bekannter psychischer Probleme oder gar entsprechender Erkrankungen durch deutsche Städte laufen und so lange Unschuldige töten oder schwer verletzen können, bis die Polizei vor Ort ist oder sie ihrem Leben selbst ein Ende setzen.

Den Unterschied machen die Reaktionen von großen Teilen von Politik und Medien auf solche Taten. So gilt die Tat von Hanau heute, darüber sind sich eben große Teile von Politik und Medien einig, als “rechtsterroristische Tat”. Die ebenfalls bekannte psychische Erkrankung spielte in der endgültigen Bewertung des Falles keine Rolle. Oder durfte keine Rolle spielen, obwohl Koryphäen der forensischen Psychiatrie in ihren Gutachten die Schuldunfähigkeit des Täters attestierten.

“Hanau” war aber ein willkommener Anlass, um weiter am Waffenrecht herum zu verschärfen, nachdem man sich die Tat in den passenden Kontext gebogen hatte. Der Öffentlichkeit und schon gar nicht den Opferangehörigen konnte oder wollte man erklären, warum ein dermaßen auffälliger und polizeibekannter Täter zum Tatzeitpunkt noch legal erlaubnispflichtige Schusswaffen besitzen durfte.

Nach “Würzburg” wird dagegen wieder die übliche “wir-sind-bunt-und-tolerant-Folklore” ablaufen. Man hat wieder Angst, dass irgendwelche “Rechte” die Tat instrumentalisieren und der Bekämpfung dieser “Angst” werden fortan wieder alle Anstrengungen gelten. Die Frage, ob man vielleicht ein wirklich existierendes Problem mit zum Töten von “Ungläubigen” bereiten, mit unserem Rechts- und Wertesystem inkompatiblen Individuen aus fundamental-islamistischen Gesellschaften importiert hat, wird verdrängt. Jede aufkeimende Diskussion darüber mit kübelweise ausgeschüttetem Moralgewäsch im Keim erstickt. Die Aussicht, dass man diese Tat als Anlass nimmt und Gesetze verschärft oder wenigstens geltendes Recht konsequent angewandt wird, dürfte gegen null tendieren.

Der die öffentliche Meinung bestimmende Teil von Deutschland frönt weiter dem Doppelstandard, beurteilt Taten weder objektiv, noch unvoreingenommen. Statt dessen legt man schon beim Bekanntwerden der Tat fest, ob und wie die öffentliche und politische Diskussion darüber zu laufen hat und ob man im Fahrwasser einer Tragödie Zeichen setzen oder Gesetze verschärfen muss.

In Deutschland ist nicht wichtig, wie etwas ist, im Land des gelebten Doppelstandards ist nur wichtig, wie etwas gefälligst sein sollte. Die Lebenswirklichkeit stört da nur.


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Über den Autor

Benedikt Krainz
Boomer, Sportschütze, Blogger, Hobby-Waffenlobby-Aktivist. Staatlich regelmäßig überprüft hinsichtlich Zuverlässigkeit, persönlicher Eignung und neuerdings Verfassungstreue.

1 Kommentar zu "“Würzburg” und “Hanau”: Doppelstandards as usual"

  1. Zum Messermann von Würzburg gibt es durchaus kritische Artikel im Mainstream – in der Welt und wohl auch in der Bild-Zeitung.

    Kleine Würstchen sollten sich jetzt nicht zum großen Jihadisten aufblasen können, nur weil sie die Tat nachahmen. Daher tut eine gewisse Zurückhaltung der Presse gut. Die wäre sicher auch bei manchem Schul-Amoklauf angebracht gewesen.

    Dass man Hanau nach einem Jahr Schamfrist nochmal ausgegraben hat, spricht auch Bände. Noch mehr rote Warnleuchten haben die australischen Behörden in Port Arthur übersehen. Geht das noch mit rechten Dingen zu?

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